Dr. Benno Heller und Irmgard Heller
Dr. med Benno Heller und seine Ehefrau Irmgard Heller, eine ausgebildete Krankenschwester, betrieben seit Dezember 1926 eine gynäkologische Praxis in Neukölln in der heutigen Sonnenallee 13. Benno und Irmgard Heller waren sozial sehr engagiert und couragiert . Viele in Not geratene, verzweifelte Frauen baten Dr. Benno Heller um Abtreibungen. Mit dem Beginn der Judenverfolgungen entschloss sich das in einer lt. Nazigesetz sog. einfachen Mischehe lebende Paar selbst aktiv Widerstand zu leisten. Dies bedeutete, dass Benno Heller, der als Jude durch seine "arische" Frau vor der Deportation bedingt geschützt war, sein Lebens aufs Spiel setzte, um andere zu retten. Sie organisierten Verstecke für verfolgte jüdische Mitbürger oder ermöglichten ihnen das Überleben durch andere Hilfestellungen.
Benno Heller wurde im Februar 1943 nach einer Denunziation festgenommen. Irmgard Heller, geb. Strecker, starb sieben Monate nach der Verhaftung ihres Mannes im Leipziger St. Jakob Krankenhaus am 15. September 1943. Sie wurde nur 47 Jahre alt.
Dr. Benno Heller durchlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Lieberrose (Außenlager der KZ Sachsenhausen). Nach einer spektakulären Flucht während eines Häftlingstransports soll Heller kurz vor Kriegsende in Neukölln untergetaucht sein. Er wurde kurz vor der Befreiung Berlins nochmals denunziert . Über seine Todesumstände gibt es widersprüchliche Aussagen.
Die Geschichte von Benno und Irmgard Heller wurde von Raymond Wolff recherchiert und ist nachzulesen im Aufsatz : Häftling Nr. 124868, veröffentlicht in: Neuköllner Pitaval, Wahre Kriminalgeschichten aus Berlin, Rotbuch Verlag 1994.
